Kroatientour Tag 11: Bei stürmischer See

Heute gibt es also endlich viel Wind zum Segeln. Bis zu 30 Knoten sind vorhergesagt. Heute Nacht hat es geregnet und die Temperaturen sind gefallen. Wir verlassen also bei leicht bewölktem Himmel die Marina und machen uns auf den Weg Richtung Süden. Unser Ziel ist Veli Rat auf der Insel Dugi Otok. 

Wir hissen die Segel, sobald wir die Bucht von Mali Losinj verlassen haben. Noch haben wir keinen starken Wind aber zum ersten Mal stellt sich das Boot im Amwindkurs richtig schräg. Mir rutscht dabei ein wenig das Herz in die Hose, weil ich das Gefühl so ungewohnt finde auf dem Wasser in Schräglage unterwegs zu sein. 



Mir wird es noch mulmiger zu Mute als sich zu dem Wind noch Wellen gesellen. Ohne es uns zu verraten, wussten mein Vater und mein Bruder von den vorhergesagten 1,5 Metern, aber was das für das Segeln heißt, wussten sie natürlich auch nicht. 

Eineinhalb Meter hohe Wellen sind auch noch machbar, aber unser Boot wird ganz schön durchgeschaukelt. Die stabile Schräglage von vorher wirkt plötzlich gar nicht mehr so schlimm, wenn man in den Wellen kaum noch steuern kann. Irgendwann holen wir dann auf meine Bitte hin doch die Segel ein. Eine gute Entscheidung wie sich zeigt, denn die Wellen drehen unser Boot immer weiter und wir können kaum gegensteuern. Die Wellen werden auch eindeutig höher und die höchsten Wellen ragen deutlich über unser Boot hinaus, vermutlich drei Meter hoch. Auch unter Motor eine ziemlich aufregende Erfahrung.



Marc wird bei dem Geschaukelt seekrank und hängt über der Reling. Ich denke bald an schaurige Aufnahmen von Booten, die Wellen hinauf fahren, die höher sind als das Schiff lang. Ganz so schlimm wird es zum Glück nicht, aber jedesmal wenn das Boot über eine hohe Welle kippt, knallt es ganz schön. Wir sind bald alle klatschnass vom Wasser, dass über Deck schwappt. Zwei Stunden quälen wir uns so durch die Wellen. 

Dann endlich, als wir uns auf die Westseite von Otok Škarda gekämpft haben, wird die See ruhiger und die Wellen lassen nach. Es dauert eine ganze Weile, bis wir wieder gewillt sind, die Segel zu setzen. Und so als wäre nie etwas gewesen, segeln wir bei schönstem Sonnenschein Veli Rat entgegen. 


So kann es also auch aussehen: Segeln bei schönstem Wetter.

Veli Rat liegt in einer schönen Bucht, windgeschützt und von unserem Boot aus können wir über das Meer schauen.




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